In liebevoller Erinnerung an Earl Hamner

10. Juli 1923 - 24. März 2016
  
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Unsere Reise zum Walton Fantreffen 2012 in Los Angeles


Mittwoch, 26. September - Ankunft in LA und Wiedersehen mit David Harper

Nach einer aufregenden, manchmal auch recht anstrengenden Rundreise durch die westlichen US-Staaten Kalifornien, Arizona, Nevada und Utah mit den Höhepunkten Palm Springs, Joshua Tree Nationalpark, Grand Canyon, Monument Valley, Zion Nationalpark, Las Vegas, Death Valley, Sequoia Nationalpark erreichten wir schließlich am 26. September 2012 Los Angeles / Burbank. Unterwegs haben wir noch Cholame besucht und an der Kreuzung Highway 46 /41 ein paar Gedenkminuten für James Dean eingelegt, der dort am 30.09.1955 tödlich verunglückte.

Bereits in der Lobby unseres Hotels Holiday Inn begegneten wir den ersten bekannten Gesichter von den vorherigen Fantreffen. Das Walton-Wochenende fing gut an !

Unser Zimmer lag im 17. Stock mit herrlicher Aussicht auf die Hügel von Burbank. Doch viel Zeit zum Erholen blieb uns nicht, denn um 18:30 Uhr waren wir mit David Harper, Carolyn und einigen wenigen anderen in einem Restaurant in Nord Hollywood verabredet. Natürlich waren wir aufgeregt, denn wir freuten uns sehr auf David Harper.
Als wir dort eintrudelten, saß zu unserer Überraschung und Freude nicht nur David sondern auch Lisa Harrison Walmsley, die Ex-Frau von Jon Walmsley und die gemeinsame Tochter Brighton am Tisch. Das Wiedersehen mit David war wunderschön, wir gegrüßten uns mit einer herzlichen Umarmung und schon bald waren wir wieder in ein Gespräch vertieft.

Es wurde ein gemütlicher, entspannter Abend.

 

Donnerstag, 27.September - Bei Will Geer und Michael Learned

Am nächsten Morgen entschieden wir uns gemeinsam mit Michelle und Diane die ca. dreiviertelstündige Fahrt ins Topagano Canyon zu unternehmen, um das von Will Geer gegründete Theatricum Botanicum zu besuchen. Dank Navigerät kamen wir auch sicher dort an.

Das Botanicum liegt in einer bewaldeten, nahezu unbewohnten Gegend außerhalb von LA. Relativ unspektakulär lag es plötzlich vor uns, nur einige Holzschilder wiesen auf den Eingang. Es gibt eine große Holzbühne, die allerdings erst in den 80er Jahren entstand. Kaum standen wir vor der Bühne kam auch schon Ellen Geer (ich erkannte sie sofort) und ihr Sohn Ian Geer Flanders (also Will Geers Enkel ) auf uns zu und begrüßen uns freundlich. Wir erzählten, dass wir Waltonfans seien und extra zu den Feierlichkeiten an diesem Wochenende nach LA gekommen seien. Ellen Geer und ihr Sohn zeigten sich beide sehr erfreut, führten uns über das Gelände und erzählten die ein oder andere Geschichte. Sie zeigten uns die Plätze, an denen Will Geer und auch seine Frau Herta Ware beerdigt sind und das Haus, in dem Will Geer ganz früher einmal hier lebte. Auch konnten wir die uns bereits von Bildern her bekannte Büste von Will Geer bewundern, die von einer Künstlerin gefertigt wurde, die Will Geer selbst nie persönlich kennenlernte. Dann ließen uns Ellen und ihr Sohn alleine und wir konnten in aller Ruhe Will Geers Werk genießen.

Es fiel nicht schwer ihn hier (in Latzhose :)) summend durch das waldähnliche Gelände schlendern zu sehen, wie er hier und da ein paar verblühte Blütenblätter entfernt oder aber lächelnd die Schmetterlinge bewundert. Ein friedlicher Ort, an dem wir uns noch lange Zeit aufhielten.



Später sind wir nach Hollywood gefahren und den Walk of Fame bis zum Chinese Theatre abgelaufen (und zurück). Hier kann man ganz viele Touristen, aber auch viele komische Leute und schräge Vögel treffen. Es machte Spaß, die vielen Leute zu beobachten und auf dem Walk of Fame nach bekannten Persönlichkeiten Ausschau zu halten bzw. den ihnen gewidmeten Sternen.

Na und dann sind wir durch Beverly Hills gefahren, haben die tollen Villen links und rechts der Straßen bestaunt und und überlegt, wer wohl hier wohnen mag. Und schließlich machten wir uns auf den Weg, um Michael Learneds Haus zu besuchen, welches wir schließlich auch fanden. Wir parkten etwas weiter oberhalb ihres Hauses und liefen die Straße zurück, um ein paar Erinnerungsfotos vor ihrem Haus machen zu können. Eigentlich hatten wir damit gerechnet, dass uns ein Nachbar ansprechen würde, was wir hier machen würden, aber zum Glück ließ sich niemand blicken. Und wir hatten unseren Spaß.

Ihr Zuhause ist unspektakulär, liegt schön eingewachsen und zurückgezogen in einer völlig ruhigen Anliegerstraße. Schön hat sie´s dort.

Zurück im Hotel abends trafen dann mehr und mehr Waltonfans ein und es gab ein großes Hallo untereinander. Spätabends genossen wir vom 18. Stock in der Hotellounge den grandiosen Ausblick auf Los Angeles und mit dem ein oder anderen Drink ging dieser aufregende Tag zu Ende.


Freitag, 28. September - Das Reunion Dinner

Am Abend fand das Walton Reunion Dinner statt und wir sollten viele neue Darsteller kennenlernen. Ganz besonders freuten wir uns natürlich auf Ralph Waite. Ein sehr lang gehegter Traum sollte endlich in Erfüllung gehen und so ganz konnten wir es noch nicht realisieren, dass uns nur wenige Stunden von einem Treffen mit ihm trennen sollten.

Am Nachmittag hieß es sich fertig machen, die neue Kamera und alle Objektive einpacken und dann ging es hinunter in die Hotellobby, wo sich schon eine lange Schlange bildete, die alle warteten, in den großen Saal zu gelangen. Also erst einmal Schlange stehen. Drinnen angekommen suchten wir unseren Tisch, der sich direkt vor der Bühne befand. Beim Betrachten der Namensschildchen stellten wir fest, dass „the one and only“ Ralph Waite unser Tischnachbar sein würde. Wow, wie supertoll !!!

Eine weitere Tischnachbarin war Deirdre Lenihan, die John-Boys Freundin „ Daisy Garner „ in Die Waltons verkörperte. Wir waren sehr gespannt auf sie.

Am Autogrammtisch versammelten sich bereits jede Menge Fans, die alle ein Autogramm oder gar das neue Buch von Ronnie Claire Edwards ( Corabeth ) haben wollten. Eric Scott, Jon Walmsley, Ronnie Claire Edwards, Michael McGreveey, Richard Hatch (!), David Doremus, Kami Cotler, Tom Bower (Dr. Curt Willard) David Harper, Lynn Hamilton, Hal Williams und und und, alle hatten sich versammelt, um die Autogrammwünsche der Fans zu erfüllen. Das Gedränge war mir etwas zu viel und wir begnügten uns die meiste Zeit mit Staunen und fotografieren. Ralph Waite war noch nicht erschienen.

Schließlich zog ich mich an unseren Tisch zurück und unterhielt mich mit Kelly und Lance, unseren Tischnachbarn. Wir alle warteten ungeduldig auf das Erscheinen von Ralph Waite, aber er kam nicht. Schließlich bekam ich sogar Angst, er könnte verhindert sein. Die Autogrammstunde war noch im vollem Gange, da flüsteren Kelly und Lance: Dagmar, da ist er! Und zeigten zum Eingang.

Da stand Ralph Waite, im strahlend blauen Hemd und Anzug, bereits von Fans umringt und lachte.

Mir kamen die Tränen. Einfach so, unvermittelt, ich konnte es nicht steuern. Die Suche nach einem Taschentuch verhalf mir dann, mich wieder etwas zu sammeln und als Ralph Waite kurz darauf an unseren Tisch trat, hatte ich mich wieder in der Gewalt. Welch eine Ausstrahlung und immer noch diese strahlenden blauen Augen ! Ich saß ihm direkt gegenüber und konnte ihn so wunderbar den ganzen Abend beobachten. Ihn und seine Begleitung, sein Sohn Liam, ein verdammt gut aussehender junger Mann. Ein Prachtstück – aber zurück zu Ralph Waite Lachend .

Natürlich ist Ralph Waite ein älterer Mann geworden, hat aber von seiner Präsenz und Ausstrahlung nichts eingebüßt. Und natürlich scharrten sich nun die Fans um ihn und geduldig und total freundlich erfüllte er die Wünsche seiner Fans nach einem Autogramm oder einem Foto. Schließlich trat auch ich an ihn heran, stellte mich kurz vor und bat um ein Autogramm für eine kleine Freundin. Manfred nutzte die Gelegenheit und machte ein paar Bilder von uns. Ralph Waite fragte, ob wir extra wegen des Walton Wochenendes nach LA gekommen seinen und konnte es nicht glauben, als wir dies bestätigten. Er erzählte, dass er viel Post aus Deutschland erhalte und es freute ihn, hier so bekannt und natürlich auch beliebt zu sein.

Mein Eindruck von Ralph Waite ist sehr positiv. Natürlich ist er so etwas wie ein Superstar in den USA, die Menschen kennen und lieben ihn als John Walton und dessen ist er sich auch bewußt, wie er in seiner Rede auch erwähnte. Während des gesamten Abends beobachtete ich ihn immer wieder und konnte feststellen, wie aufmerksam er jeder Rede, jedem eingespieltem Film folgte und immer wieder seinen Sohn z. B. auf eine Szene im Film aufmerksam machte und sich mit ihm über das eben Gehörte oder Gesehene austauschte. Soviel Interesse fand ich sehr bemerkenswert. Ich hätte eher erwartet, dass er ein bißchen über den Dingen stehen würde, dem war aber überhaupt nicht so. Und lustig konnte er sein ! Als eine kurze Pause entstand, weil es mit einer Filmvorführung haperte, rief er zu Carolyn: Soll ich solange einen Witz erzählen ? Na klar sollte er (das Ergebnis ist in unserem Video zu sehen).

Nach dem sehr guten Büffet-Essen gab es wieder eine Auktion, die dieses Mal aber recht kurz gehalten wurde. David, Jon und Eric erzählten ein bißchen, dann hielten Ronnie Claire Edwards, Lynn Hamilton, David Doremus und einige andere mehr eine Dankesrede für Earl Hamner, dem Erfinder der Waltons. Ohne ihn hätte es diese Serie nie gegeben. Und Earl ließ es sich dann auch nicht nehmen, eine schöne Rede zu halten, in der er u. a. aus einem Buch zitierte (ich glaube, es war The Homecoming, bin mir aber nicht mehr sicher). Die Eindrücke waren einfach so vielfältig.

Es war schön, Joe Conley wiederzusehen, der es sich trotz gesundheitlicher Beinträchtigung nicht nehmen ließ, Autogramme zu geben und die Fotowünsche seiner Fans geduldig zu erfüllen.

Deirdre Lenihan ist eine total reizende Frau, die leider schon lange nicht mehr im Filmgeschäft tätig ist. Klein und zierlich und mit dem gleichen strahlenden Lächeln wie damals zu Waltonszeiten als Daisy Garner saß sie zusammen mit uns am Tisch und genoß den Abend sichtlich.

Wir hatten für Earl Hamner ein kleines Geschenk gestaltet, dass wir ihm in einer ruhigen Minute persönlich übergaben. Zeit zum auspacken gab es an diesem Abend nicht, aber Earl versprach, sich später bei uns zu melden. Mehr dazu später ...

Irgendwann ging dann auch dieser Abend zu Ende, und müde saßen wir noch mit ein paar anderen eine Zeitlang in der Lobby und träumten vor uns hin. Dieser Abend mit vielen, vielen Darstellern, Drehbuchautoren und mit dem wunderbaren Earl Hamner war einfach überwältigend, aber den größten Eindruck hatte doch diese unvergessliche Begegnung mit dem großartigen Ralph Waite hinterlassen.

Hierfür ein dickes Dankeschön, wohin auch immer !

 

Samstag, 29. September 2012 - Das Waltonhaus

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn um 9 Uhr war Abfahrt zum Waltonhaus. Juhee ! Für diese Tour hatten sich so viele Fans angemeldet, dass 3 Busse gechartert werden mussten. Wir saßen zusammen mit Earl Hamner als Reiseführer im ersten Bus.

Nach kurzer Fahrt erreichten wir schon das Warner Brother Ranch-Gelände. Doch so schnell kamen wir nicht hinein. Es gab erst eine längere Identitätsprüfung jedes einzelnen Fans durch das anwesende Sicherheitspersonal von Warner Bros. Alles Auswirkungen des 11. September ! Eigentlich schrecklich und auch nervig.

Dann endlich fuhr unser Bus wieder los und nach einigen weiteren Minuten hielt er an. Nun hieß es aussteigen. Die ersten Fans gingen voraus, wir hinterher. Ein Schotterweg führte uns um eine kleine Biegung und da stand es, eingerahmt von großen Bäumen, still und erhaben, so als würde es auf die Rückkehr der Waltonsfamilie warten. Das Haus der Waltons.

Überraschenderweise war es nicht mehr gelb gestrichen, sondern hatte einen hellgrauen Anstrich, der dem Orginalanstrich aus der Serie näher kam. Durch den großen Baum links vom Haus war die vierte Gaube verdeckt (ich habe sie überhaupt nicht gesehen, andere bestätigten mir aber, dass das Fenster noch da sei) und die nachträglich angebrachten grünen Fensterläden fielen überhaupt nicht auf. Sicherlich nagte der Zahn der Zeit an dem Haus. Ich hatte mich jedoch darauf eingestellt, dass das Haus nicht 100 % wie in der Serie dastehen würde und so waren wir vollkommen glücklich, es so zu sehen.

Manfred fragte einen WB Mitarbeiter, was das Haus denn kosten würde, er würde es gerne kaufen. Der Mitarbeiter lachte und meinte, die Reparaturkosten wären viel zu hoch. Es würde sich nicht lohnen. Haha!

Natürlich stürmten die ersten Fans bereits die Veranda und ließen sich von Freunden ablichten. Auch wir bekamen unsere Fotos, dann wollten wir das Haus auch von innen sehen. Ich erwartete, dass es eigentlich nicht zu begehen sei oder es nur einen kleinen Vorraum gab, doch dem war nicht so. Vom großen Eingangsbereich / Flur gingen zwei große Räume ab, einer rechts vom Eingang ( sozusagen das Wohnzimmer ) und einer links, der auf der gegenüberliegenden Wandseite eine Tür hatte über die man auf die Rückseite des Hauses gelangte.

Zu dem Waltonhaus haben wir auch ein kleines Video gedreht, welches auf unserer Webseite zu sehen ist.

Es bedurfte nicht viel Phantasie, um sich hier die Waltonfamilie vorzustellen. Die Eltern sitzen mit Großmutter und Großvater auf der Veranda, die Kinder spielen lachend mit Reckless auf dem Vorplatz und gerade kommt Ike auf seinem Motorrad um die Kurve gefahren und überbringt den Waltons die neuesten Nachrichten.

Wenn nur die schätzungsweise 150 anderen Fans nicht gewesen wären :) . Aber natürlich wollte sich niemand die Gelegenheit entgehen lassen, das Haus real zu sehen. Normalerweise ist eine Besichtigung auf der WB Ranch nicht möglich und nur durch Earl Hamners Kontakte war uns Fans diese Tour ermöglicht worden. Wahrscheinlich wird dies ein einmaliges Erlebnis für uns bleiben. Umso dankbarer waren wir, eine komplette Stunde und mehr hier verbringen zu dürfen.

Nach ca. einer Stunde riefen die WB Leute zum Aufbruch, aber es dauerte noch eine ganze Weile, bis auch der letzte Fan sich endlich von dem Anblick dieses berühmten Hauses trennen konnte und sich auf den Weg zum Bus machte.

Wir warteten bis zum Schluß und dann endlich konnten wir die einkehrende Stille kurz genießen und einige schöne Aufnahmen vom Haus machen, wie es nun wieder in Ruhe und Würde da stand, fast so, als ob es auf die Rückkehr seiner Familie warten würde.

Anschließend ging es mit dem Bus zu den Warner Bros. Studios, wo wir nochmals ausreichend Zeit hatten, nachgebaute Filmstraßen zu besichtigen. Hier stehen u.a. die Kirche und das Schulgebäude der Waltons, Miss Daisy Garners Haus, Mary Ellen und Curts Haus und so viel mehr. Die Gebäude sind auch von innen zu besichtigen und man meint, sich in einer richtigen Wohnstraße zu befinden. Dieses Gelände ist öffentlich zu besichtigen, d.h. jeder der die Studio Tour bucht, hat die Möglichkeit, diese Häuser anzusehen. Das Baldwin Haus haben wir leider verpasst, der Bus ist einfach dran vorbeigefahren. Blöd.

Nachdem sich unsere WB Reiseleiterin von uns verabschiedete ging es auf kurzem Weg zurück ins Hotel, wo wir gegen 13 Uhr wieder ankamen.

Jetzt war Erholung und Eindrücke verarbeiten angesagt.

Samstag, 29. September 2012 - Wilshire Ebell Theatre

Den Auftritt der Waltons auf dem roten Teppich haben wir verpasst, weil wir ihn einfach für nicht so wichtig hielten. Im Nachhinein haben wir uns dann doch etwas geärgert, aber die Ruhe nach der aufregenden Waltonhaustour war uns in diesem Moment doch wichtiger gewesen. Zumal es am Abend vorher ja auch später geworden war.

Also, gegen Ende des Auftritts auf dem Roten Teppich (einige wenige haben wir noch mitbekommen) erreichten wir das Theater. Gott sei Dank fanden wir genau gegenüber vom Theater einen Parkplatz, so dass wir nur noch die Straße überqueren mußten. Ein Glücksfall.

Am Roten Teppich war viel weniger los als wir uns vorgestellt hatten. Ich stellte mir vor, halb LA würde zusammenkommen, um die Waltons zu sehen, aber dem war nicht so. Nach kurzem Gespräch mit einigen Fans aus unserem Hotel begaben wir uns ins Innere des imposanten Theaters. Hier herrschte ein riesiges Gewirr von Menschen, die sich begrüßten oder schon ihre Plätze suchten. Ronnie Claire Edwards saß im Foyer an einem Tisch und verkaufte ihr signiertes, neu erschienenes Buch ( Mr. Godsey asked me to marry him and I said „Yes“! mit einem Vorwort von Earl Hamner ). Wir bahnten uns einen Weg durch die Menge zu unseren Plätzen, die direkt mittig einige Reihen vor der großen Bühne lagen. Super. Die ersten Reihen waren natürlich für die Ehrengäste und deren Familien reserviert.

Es dauerte nicht lange und wir sahen Judy Norton, Mary McDonough, viele andere und dann auch Ralph Waite und Earl Hamner, beide mit Familie, die ihre Plätze in der ersten Reihe einnahmen.

Dann wurde das Licht gedimmt und das Programm begann mit Paul Cadell am Klavier unterstützt von einem Streichorchester, die vor der Kulisse des Waltonhauses die Waltonmusik spielten. Nach der Begrüßungsrede Earl Hamners wurden die einzelnen Waltondarsteller durch jeweils zwei – meistens – Nebendarsteller vorgestellt, es wurden Filmausschnitte eingespielt links und rechts der Bühne gab es zwei große Leinwände ), die den jeweiligen Hauptdarsteller in einer Szene zeigten und dann kam der so Präsentierte endlich auch auf die Bühne. Besonders die Präsentation von Eric Scott (Ben Walton) durch seine Filmehefrau Leslie Winston (Cindy) berührte mich. Leslie Winston verlor vor kurzer Zeit ihren Ehemann auf dem Weg zum Flughafen an einem Herzinfarkt. Sie waren auf dem Weg in die gemeinsamen Ferien nach Europa. Eric Scott stand ihr in dieser Zeit als Freund sehr zur Seite.
Judy Norton beendete diesen ersten Teil des Abend mit einem Lied, das zeigte, welch schöne, kraftvolle Stimme sie hat. Eigentlich hatte ich mir gewünscht, mehr von ihr zu hören, aber bei dem einen Lied blieb es dann.

Dann ging es in die 20-minütige Pause. Lange Schlangen vor der Damentoilette ( wie immer ). Eine Mitarbeiterin des Theaters machte uns auf eine weitere Toilette aufmerksam, die sich beim Ausgang befand. Auch dort standen bereits zwei Damen ( Claire Whitaker / Drehbuchautorin und die Ehefrau von Michael McGreevey ). Ich stellte mich dazu. Auf einmal stand Ralph Waite´s Sohn Liam hinter mir und grinste mich an ( wir saßen ja am Vorabend gemeinsam am Tisch ). Und als nächstes kam Ralph Waite und stellte sich zu uns in die Schlange. Es gab nur eine Toilette für beide Geschlechter. Ralph Waite machte wieder einen Scherz über uns alle und ich kann heute sagen, ich war mit Ralph Waite (und Sohn) auf der Toilette. Hintereinander natürlich. Lachend

Der zweite Teil des Abends begann. Anhand von eingespielten Filmszenen wurde der Verstorbenen gedacht. Immer wieder brandete Beifall auf, ganz besonders bei Großvater Will Geer und Großmutter Ellen Corby, und auch ich war sehr gerührt.

Weitere Drehbuchautoren, weitere Darsteller wurden vorgestellt. Michael Learned und Richard Thomas waren beide beruflich verhindert, sandten aber ihre Botschaften per Video. Und Richard Thomas Sohn Richard Thomas junior vertrat seinen Vater ehrenhaft. Schließlich fanden sich alle Beteiligten zu einem großen Bühnenbild nochmals zusammen. Anschließend leerte sich die Bühne und der Moderator William Keck blieb zurück mit Earl Hamner, Mary McDonough, Judy Norton, David Harper, Jon Walmsley, Kami Cotler, Eric Scott, Joe Conley und Ralph Waite, die alle um einen langen Tisch herumsaßen und sich zwanglos über die gemeinsame Zeit unterhielten. Jede Menge Lacher gab es, als Ralph Waite sein Mikrofon nicht als Verstärkung nutze, sondern damit auf dem Tisch herumklopfte, während er sprach. Als Eric Scott ihn darauf aufmerksam machte, schaute er erst verdutzt auf das Mikrofon, tat völlig überrascht und sang dann mit kräftiger Stimme „Moon River „ ins Mikrofon. Die Lacher hatte er auf seiner Seite. Und mit der Verständigung klappte es jetzt auch besser.

Nach insgesamt rund 3 Stunden Programm war alles vorbei und die meisten Gäste wurden in den Abend entlassen. Für uns und jede Menge anderer ging es jetzt hinüber in den großen Festsaal, wo die Dinnerparty stattfand. Als wir den Saal erreichten, standen schon zahlreiche Gäste an den verschiedenen Buffets Schlange. Wir suchten uns zunächst einmal einen freien Tisch im hinteren Bereich des Saals und stellten uns dann ebenfalls an. Wir hatten Hunger.

Andere Fans gesellten sich zu unserem Tisch, dann entdeckte ich Mary am Nachbartisch. Sie stellte mir ihren Don vor, wir unterhielten uns über ihre Italienreise und natürlich war auch Gelegenheit für einige Fotos.

Und so ging es den Abend über weiter. Es gab ausreichend Gelegenheit, sich mit den Waltondarstellern und mit anderen Fans zu unterhalten, es wurde gut gegessen und getrunken und wir genossen den Abend.

mit Richards Thomas Sohn Richard Thomas jr., der in Vertretung seines Vaters zum Fest kam

Der Lärmpegel war dementsprechend hoch, so dass die nebenbei gespielte Livemusik kaum zu hören war. Genauso erging es dann der deutschen Gruppe „Covered Grass“, die extra für die Präsentation ihres Songs " Goodnight John-Boy" zu der Veranstaltung gekommen waren. Die Bandmitglieder wirkten recht unzufrieden über die Situation und ahnten bereits, dass der Auftritt nicht so laufen würde wie erhofft. Trotz der guten Wünsche unsererseits war es denn auch so. Der gesamte Saal unterhielt sich so angeregt, die Stimmung war so bombig, dass die Musik einfach nicht zur Kenntnis genommen wurde. Die Gruppe sang dagegen an, hatte aber keine Chance. Es gab anschließend einen kurzen Applaus von mir und max. noch zwei oder drei anderen. Das wars gewesen. Verständlich, dass die Gruppe nach ihrem Auftritt (nur dieses eine Lied) sofort die Party verließ. Einige Demo-Cds, die sie für diesen Abend haben erstellen lassen, wurden noch auf dem Weg hinaus verteilt, dann waren sie weg. Schade, ihren großen Auftritt in Hollywood hatten sich Covered Grass sicherlich anders vorgestellt.

mit der deutschen Gruppe "Covered Grass"

Spät am Abend verlief sich die Party langsam und auch wir fuhren irgendwann durch das nächtliche LA zurück in unser Hotel. An Einschlafen war erst einmal nicht zu denken und es dauerte noch eine Weile bis wir zur Ruhe kamen.

 

Sonntag, 30.09.2012 - Ausruhen und Griffith Park

Heute gab es für uns kein großes Programm. Ausschlafen und spät (sehr spät) frühstücken. Später sind wir dann zum Griffith Park zum Observatorium gefahren, haben die James Dean Büste im Sonnenlicht fotografiert, die Aussicht über LA genossen und dann schließlich noch den Sonnenuntergang bestaunt und fotografiert. So fand dieser gemütliche Tag auch einen schönen Ausklang.

 

Montag, 01.10.2012 - Anruf von Earl Hamner

Kaum wach, klingelte unser Telefon. Manfred hob ab, meldete sich und sagte dann erfreut: „Good morning, Earl. How are you ?“ Jetzt war ich hellwach. Earl Hamner bedankte sich überschwenglich für unser Geschenk, welches er am Wochenende endlich ausgepackt hatte und lud uns zu einem gemeinsamen Mittagessen ein. Was für eine Überraschung !!! Wir verabredeten uns für Mittags in seinem Büro.

Dank Navi fanden wir den Weg sehr leicht und pünktlich standen wir dann in seinem zwei-Raum-Büro in Studio City. Eine Fundgrube für einen Waltonfan. Wir konnten uns garnicht satt sehen. An den Wänden hingen zwei besonders schöne Bilder vom Waltonhaus und vom Hamnerhaus, die vor langer Zeit einmal gemalt wurden. Auf einem Tisch standen die Auszeichnungen, welche Earl erhalten hatte, daunter auch der Award für sein Lebenswerk, welchen er letztes Jahr in Richmond verliehen bekommen hatte. In den Regalen häuften sich seine Bücher und Drehbücher, viele Fotografien standen dort, Briefe lagen verteilt auf seinem Schreibtisch und mittendrin stand ein älteres Sofa, auf dem bereits sein Sohn Scott saß (ebenfalls Drehbuchautor) und auf dem auch wir Platz nahmen.

Wir hätten uns nie träumen lassen, einmal in Earl Hamners Büro zu Besuch zu sein, in seinem Allerheiligsten sozusagen. Sehr gerührt waren wir, als uns Earl Hamner ein Drehbuch von „The Homecoming“ schenkte, welches er für uns signierte. Wir werden es in Ehren halten.

Schließlich fuhren wir mit Earl und Scott zu einem schönen Restaurant, wo er bereits einen Tisch für uns reserviert hatte. Das Essen war ausgezeichnet, kein typisches amerikanisches Essen, eher höhere europäische Küche und wir genossen die Zeit dort sehr. Es war tatsächlich so, wie wir es aus Filmen kennen: die meisten der dortigen Kellner strebten eine Karriere beim Film an und verdienten sich währenddessen ihren Lebensunterhalt mit kellnern.


Später wieder in Earls Büro machten wir alle noch gegenseitig einige Erinnerungsfotos, dann bedankten wir uns für den herrlichen Mittag und die Einladung zum Essen und verabschiedeten uns bis auf „nächstes Jahr“. Anschließend machten wir uns auf den Weg zu Farmers Market, wo wir den restlichen Tag verbrachten.

 

Earl, Du bist ein ganz wunderbarer Mensch !

 

(Titelbild unseres Buches für Earl Hamner )

 

Dienstag, 02.10.2012 - Besuch bei Ellen Corbys Grabstätte


Am heutigen Tag besuchten wir den Friedhof Forest Lawn in Glendale. Hier ist Ellen Corby im Großen Mausoleum beerdigt bzw. hier befindet sich ihr Urnengrab.

Nach kurzer Suche fanden wir schließlich die Stelle. Allerdings war der Zugang durch ein Band abgesperrt und es bestand Fotografierverbot. Schließlich habe ich mich doch getraut, mich über das Absperrband gestreckt und einige Aufnahmen gemacht. Ich hatte währenddessen immer die quirlige Ellen Corby bzw. Großmutter Esther Walton vor Augen und dieses kleine Urnengrab zu sehen, machte mich traurig.

Das letzte was bleibt.

Anschließend sind wir wieder hinaus in den Sonnenschein getreten und haben erst einmal tief Luft geholt. In dem Gebäude gegenüber vom Großen Mausoleum liegt die Grabstätte von Michael Jackson, die nur für Familienangehörige zugängig ist. Allerdings steht auf der Rückseite des Gebäudes neben dem Eingang für die Familie eine Bank für Fans, die dort ihre Blumen und Briefe ablegen können. Mehrere Briefe an Michael Jackson und auch Blumensträuße lagen dort. Eine Vase war heruntergefallen und die Blüten lagen in den Glasscherben. Irgendwie ein trauriger Anblick.

Bald stiegen wir wieder in unser Auto und fuhren über den großen Friedhof und haben die dortige Stille und die Weitläufigkeit dieses Ortes sehr genossen.

Die letzten Tage in LA vergingen wie im Flug und irgendwann befanden wir uns auf dem Weg in die Heimat nach Deutschland.

Unser Flugzeug, welches uns von LA nach Philadelphia bringen sollte, flog so tief über den Kontinent, dass wir dank Fensterplatz noch ein letzes Mal Gelegenheit hatten, die Weite und Schönheit dieses Landes bestaunen zu können.


(Blick auf Grand Canyon)



(Blick auf Grand Canyon)


(Blick auf Monument Valley)

Unsere lange Reise war ein großes Erlebnis gewesen. Wir genossen ruhige Tage in einem kleinen Hotel in dem so überraschend angenehmen, fast beschaulichen Palm Springs, wir standen sprachlos am Grand Canyon bis zum Sonnenuntergang, bewunderten die Schönheit des Monument Valleys, wanderten durch den in so schöner Landschaft gelegenen Zion Nationalpark, rangen nach frischer Luft im Tal des Todes / Death Valley, waren froh, als wir Las Vegas hinter uns ließen und standen ehrfürchtig vor den riesigen Mammutbäumen im Sequoia Nationalpark. Und als Höhepunkt dieser wunderbaren Reise konnten wir an einem langen Wochenende zahlreiche neue Menschen kennenlernen, mit denen uns eines verband: die Liebe zu den Waltons !

Dies alles macht unsere Reise unvergesslich und dafür sind wir sehr dankbar !

Dagmar und Manfred

   

  
       

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