In liebevoller Erinnerung an Earl Hamner

10. Juli 1923 - 24. März 2016
  
.

Unsere Reise nach Waltons Mountain zum großen Fantreffen 2010


Im Oktober 2010 , genauer gesagt am 22./23.10. fand ein großes Walton Fantreffen in Lynchburg, Virginia statt. Lynchburg liegt ca. ¾ Stunde Autofahrt von Schuyler, dem Heimatort von Earl Hamner, entfernt. Schuyler ist das Waltons Mountain aus der Serie DIE WALTONS. Hier steht das Geburtshaus von Earl Hamner und hier befindet sich auch das bekannte Waltons Mountain Museum, welches wir bereits letztes Jahr besuchten und das uns begeisterte.

Ehrengast auf dem Walton Fantreffen sollte diesmal Joe Conley sein, der den Gemischtwarenhändler Ike Godsey in DIE WALTONS verkörperte. Und wir wollten dabei sein !  

 

Ein paar Tage vor dem gemeinsamen Walton-Wochenende landeten wir in Philadelphia, Pennsylvania. Unsere Reise führte uns über die kleine Stadt Winchester ( liegt bereits in Virginia ) direkt auf den Shenandoah Drive, von dort nach Charlottesville und dann weiter nach Schuyler und schließlich nach Lynchburg ins Kirkley Hotel. Hier hatten wir bereits für 3 Nächte ein Zimmer gebucht.

Für unseren Aufenthalt in Winchester hatten wir uns für ein Event der besonderen Art  bereits in Deutschland die Karten besorgt. Im Alamo Drafthouse, einem großen Kino, gab es eine Veranstaltung anlässlich des 50. Jahres-tages eines von mir sehr geliebten Buches WER DIE NACHTIGALL STÖRT von Harper Lee. Auch hier gab es einen Ehrengast, nämlich die Hauptfigur aus dem Buch bzw. aus dem gleichnamigen Film, Mary Badham, die die kleine Scout verkörperte. Der Film ist übrigens ein Klassiker, mit Gregory Peck in der weiteren Hauptrolle ! Sehr zu empfehlen.

Zunächst gab es ein großes Buffet, an dem wir uns zwanglos bedienen konnten. Im Anschluß an das Buffet wurde im großen Kinosaal der Film WER DIE NACHTIGALL STÖRT aufgeführt ( ein Erlebnis, den Film auf einer so großen Leinwand zu sehen ), danach beantwortete Mary Badham allerlei Fragen der Zuschauer. Zu guter Letzt konnte man Filmfotos kaufen, die Mary Badham dann mit einem Autogramm versah.

Später am Abend wurden wir der Besitzerin des Kinos – Kathy - vorgestellt, die uns auf deutsch begrüßte. Kathy teilte uns mit, dass sie im Alter von 5 Jahren 1950 ! aus Deutschland in die USA gekommen sei. Sie kam aus einem kleinen Ort zwischen Frankfurt und Wiesbaden, nämlich - - -  aus unserem jetzigen Wohnort !!! Welch eine Freude und Überraschung. Kathy und auch wir konnten es nicht fassen. Ach, wie klein die Welt doch ist.

Mary Badham                                       Kathy und Dagmar

 

Kathy lud uns ein, ihr Gast in dem von uns gebuchten Hotel zu sein ( welches ihr auch noch gehörte ! ). Wir lehnten dies dankend ab, da wir unser Hotel bereits von Deutschland aus bezahlt hatten, fanden jedoch Tage später eine Gutschrift auf unserer Kreditkarte vor.

Danke, liebe Kathy !

Es war ein phantastischer Abend und ein gelungender Auftakt unserer Traumreise zu den Waltons.

Am nächsten Morgen starteten wir unsere Fahrt durch den Shenandoah National Park, Virginia. Exakt 105 Meilen lang ist die Strecke vom nördlichen bis zum südlichen Teil des Parks. Wir haben uns ein paar Stunden Zeit genommen, um diese Strecke zu genießen. Auch hier – ebenso wie auf dem Blue Ridge Parkway – gibt es sehr informative Besucherzentren und faszinierende Ausblicke über das Land. Leider ließ uns das Wetter ein bißchen im Stich. Es war zwar trocken, aber leider war der Himmel sehr verhangen, d. h. wir hatten keine gute Fernsicht. Dafür hatten wir hier endlich ein Erlebnis der besonderen Art: plötzlich tauchte auf der linken Seite unserer Fahrbahn ein noch junger Schwarzbär aus dem Wald auf, tapste schnellen Schrittes direkt vor unserem Auto über die Straße und war auch schon wieder im Wald  verschwunden. Wir waren so ergriffen von dieser Situation, dass es uns nicht gelang, auch noch ein Foto zu schießen. Bevor wir begriffen, was wir da vor uns sahen, war der Augenblick auch schon wieder vorbei. Tschüß Bär ! 


Am frühen Abend erreichten wir Lovingston, um dort zu übernachten. Von hier aus waren es nun nur noch ca. 20 min. Autofahrt nach Schuyler zum Walton Mountain Museum. Nach einer ruhigen Nacht im günstigen und sehr sauberen Motel Village Inn ging es am nächsten Morgen zunächst nach Scottsville zum Frühstücken und anschließend nach Schuyler, um Patrick vom Museum zu begrüßen. Natürlich hatten wir Patrick unseren Besuch bereits angekündigt. Groß war die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten. Wir hielten uns allerdings nur kurz im Museum auf, den heute ging es weiter nach Lynchburg, ins Kirkley Hotel. Dort sollten wir endlich auch Carolyn Grinnell, die Veranstalterin des Fantreffens, persönlich kennenlernen.

 

Nach rund einer halben Stunde Fahrt Richtung Süden erreichten wir das Kirkley Hotel in Lynchburg. An der Rezeption trafen wir auf Carolyn, die ebenfalls gerade angekommen war. Mit großem Hallo und vielen Umarmungen begrüßten wir uns gegenseitig. Carolyn war in Begleitung ihrer Schwester Bonnie, die uns auf Anhieb symphatisch war. Nach dem Einchecken saßen wir bei beiden Schwestern im Zimmer, tauschten Waltonerinnerungen aus und bestaunten die zahllosen Mitbringsel von Carolyn, die alle das Bankett schmücken sollten.

Unser Walton-Wochenende hatte schön begonnen.

Am nächten Morgen, Punkt 8 Uhr, klingelte das Telefon. Am anderen Ende war eine putzmuntere Carolyn, die uns fragte, ob wir um 10 Uhr mit ihr und einem Fernsehteam nach Schuyler fahren wollten. Wir wollten !

Das Fernsehteam von INSP ( Inspiration Network ) holte uns am Kirkley Hotel ab und mit zwei Autos fuhren wir ( Carolyn, Waltonfan Marcia, Dagmar und Manfred sowie das Fernsehteam INSP ) Richtung Schuyler. Auf Anraten Carolyns nahmen wir die wenig befahrene, dafür landschaftlich äußerst reizvolle Strecke entlang des Rockfish river. Plötzlich klingelte Carolyns Handy ( die Waltons Melodie erklang ) und David vom hinteren Wagen teilte uns mit, dass unser Wagen einen Platten hatte. Wir hatten davon nichts mitbekommen. Also mußten Manfred und die Männer von INSP zunächst einmal den Ersatzreifen aufziehen, bevor es dann endlich weitergehen konnte.

In Schuyler angekommen baute sich das Fernsehteam zusammen mit Carolyn auf der Veranda des Hamner Hauses auf. Nach mehreren Proben und verschiedenen Einstellungen und Übeprüfungen der Lichtverhältnisse war es dann soweit und David interviewte Carolyn. Marcia, Manfred und ich verhielten uns ganz ruhig und  beobachteten alles aus 2 - 3 Meter Entfernung. Das war schon aufregend. Zu guter Letzt bat das Fernsehteam darum, auch uns Waltonfans interviewen zu können. Also standen auf einmal Manfred und ich vor dem Hamner Haus und beantworteten in mehr oder weniger gutem Englisch ( eher weniger gut) die Fragen von David. Anschließend wurde auch Marcia interviewt, die ihre Sache natürlich viel besser machte. 

Danach ging es auf dem schnellsten Weg zurück ins Hotel, denn schließlich sollte um 17 Uhr das große Treffen mit Ike Godsey, ich meine natürlich mit Joe Conley stattfinden. Ob er auf meine Fragen, die ich ihm vor einigen Wochen in einem Brief zusandte, überhaupt eingehen würde ?

     

Um kurz vor 17 Uhr fanden wir uns alle im Veranstaltungsraum wieder. Es war ein kleines Büffet mit Keksen und Kuchen aufgebaut und zugleich bemerkten wir ein paar bekannte Gesichter wie Brenda und Ryan . Mit großem Hallo begrüßten wir uns, denn wir lernten uns alle erst jetzt persönlich kennen. Carolyn hielt eine kleine Ansprache und begrüßte Joe Conley, der alleine in einer Ecke saß. Ich hatte ihn vorher überhaupt nicht bemerkt, obwohl ich fast neben ihm stand. Alles applaudierte.

Ein kurzes Zögern meinerseits, dann gab ich mir einen Ruck, ging zu Joe Conley hinüber und stellte mich einfach vor. Joe lächelte mich an und wußte sofort, wer ich war. Er versicherte mir, dass er meine Fragen und die Antworten hierzu mitgebracht habe. Das freute mich natürlich sehr. Wir unterhielten uns über seine 14-tägige Kreuzfahrt, die er vor diesem Reunion zusammen mit seiner Frau Louise unternommen hatte, und dass er nun eigentlich ziemlich müde sei. Trotzdem nahm er sich Zeit für ein nettes Gespräch und ließ es sich auch nicht nehmen, ein paar Fotos mit mir zu machen. Manfred meinte schließlich, es wäre wohl an der Zeit, auch mal ein paar andere Waltonfans mit Joe sprechen zu lassen. Das hatte ich in meiner Aufregung garnicht gemerkt. Mittlerweile hatten sich andere Fans um uns gescharrt, jeder wollte sich mit Joe fotografieren lassen.

Joe dankte Manfred und mir dafür, dass wir von so weit her gekommen seien, um ihn zu treffen. Wie nett!

Es gab für die Waltonfans die Möglichkeit, Joe Conleys Biografie oder auch ein Foto käuflich zu erwerben, welches er dann signierte. Da wir schon beides mit Autogramm besaßen, haben wir einfach nur zugeschaut und auch ein paar nette Videos von Joe und seinen Fans gedreht. Es war ein aufregender Nachmittag und wir beide waren ganz glücklich.

     

Später am Abend haben wir in dem hoteleigenem Restaurant zu Abend gegessen, und wer saß am Nachbartisch – Joe und Louise Conley.    

Am nächsten Morgen ging es wieder einmal nach Schuyler, ääähhh nach Waltons Mountain. Diesmal stand der Besuch des renovierten und seit kurzem der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Hamner Hauses auf dem Programm. Im benachbarten Waltons Mountain Country Store besorgten wir uns die Tickets, dann ging es los. Von der Veranda aus betraten wir zum ersten Mal das Hamner Haus. Wie auch in der Serie standen wir zugleich im Wohnzimmer der Waltons, also der Hamners. Geradeaus weiter kam man in die angrenzende Ess-Küche mit großem Esstisch, ganz altem Herd und einem wunderschönen Blick aus dem Fenster, welches sich über der Spüle befand ( wie bei den Waltons auch ). Von hier aus konnten wir direkt zum Walton Museum hinüberblicken. Vom Wohnzimmer aus rechts ging eine Treppe hinauf in das obere Stockwerk; ganz rechts führte eine Tür ins Elternschlafzimmer. Im unteren Bereich gab es auch noch ein recht geräumiges Bad mit Wanne. Im oberen Stockwerk gab es nochmals zwei Räume, ein sog. Mädchenzimmer und dann ein Jungenzimmer, liebevoll dekoriert mit einer Latzhose an der Wand und einer alten Schreibmaschine auf einem kleinen Schreibtisch. Es ist schon erstaunlich, dass in diesem kleinen Häuschen einmal Eltern mit ihren 8 Kindern lebten. Für unsere heutige Zeit unvorstellbar. 

     

Nach diesem lang herbei ersehnten Besuch des Hamner Hauses sind wir zusammen mit Marcia und Michelle die Straße hinaufgebummelt zum ehemaligen Krankenhaus von Schuyler. Heute ist dieses Gebäude eine Begegnungsstätte. Es gab eine riesige Auswahl an Speisen und Getränken und überall saßen schon Waltonfans und ließen es sich gutgehen. Joe Conley und Louise saßen draußen auf der Veranda und auch wir suchten uns bei Apple Pie, Kaffee und Apfelsaft zusammen mit anderen Fans ein sonniges Plätzchen im großen Garten der Begegnungsstätte und genossen diesen Augenblick. Es war herrlich !

Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Heimweg nach Lynchburg, den um 18 Uhr sollte die große Abendveranstaltung beginnen.

Nachdem wir uns geduscht und ein bißchen fein gemacht hatten, die Videokamera und der Fotoapparat startbereit und die Akkus geladen waren, ging es hinunter in den großen Veranstaltungsraum. Dieser war allerdings noch geschlossen und wir mußten zusammen mit vielen anderen Fans noch einen kurzen Augenblick warten. Dann öffnete sich die große Flügeltür und wir durften eintreten. Es gab ca. 12 – 14 große runde Tische, an denen immer 8 Leute Platz nehmen konnten. Alle Tische und der ganze Raum waren herbstlich geschmückt. Unser Tisch war die Nr. 1, direkt vor dem Podium. Der Abend begann zunächst mit einmal mit dem gegenseitigen Kennenlernen unserer Tischnachbarn. Wir saßen zusammen mit Patrick, Carolyn, Kelly und Lance sowie Doris und Walter. Walter hat übrigens in seinem Keller einen Original Kaufmann-Laden aus der guten alten Zeit eingerichtet. Wir haben Bilder davon sehen können und konnten es trotzdem fast nicht glauben. Ein Ike Godsey-Store im eigenen Keller. WOW ! 

Nach einer kurzen Ansprache von Carolyn ging es hinüber zum großen Buffet. Wir haben zum ersten Mal Süßkartoffeln gegessen und sie haben köstlich geschmeckt.

Nach dem Dinner betrat Joe Conley die Bühne und hielt eine schöne Rede über sein Leben, seine Zeit als Ike Godsey und das Miteinander mit den anderen Walton-Darstellern. Im Anschluß daran beantwortete er gerne und ausführlich die Fragen seiner Fans. Es war total schön für uns, ihn so aus der Nähe zu erleben und ihn auch so lebendig über die Waltons reden zu hören.

 

Im Anschluß an Joe´s Rede, die mit Standing Ovations endete, begann die große Auktion. Zu Beginn des Abends hatten wir die Möglichkeit, die Gegenstände, die zur Versteigerung gelangen sollten, uns genauer anzusehen und auch schon ein Gebot abzugeben. Welches Glück für mich, dass unter den Dingen auch ein Gedichtband von Richard Thomas ( John-Boy ) war, den ich schon solange in Deutschland gesucht hatte, der hier aber nicht erschienen ist. Auch gab es einige Originaldrehbücher, die mir ins Auge stachen.

Da sollte doch was zu machen sein !!!

Nun, am Ende der Auktion wurde ich stolze Besitzerin des besagten Gedichtbandes von Richard Thomas. Und .... ich ersteigerte das Originaldrehbuch von Joe Conley ( welches er für die Auktion spendete ) zu der Folge THE OBSESSION , zu deutsch DIE PRÜFUNG aus der siebten Staffel. Man, was war ich stolz, Besitzerin eines Original-Waltondrehbuches zu sein, und dann auch noch das vom diesjährigen Ehrengast Joe Conley. Natürlich mußte mir Joe mein Drehbuch dann auch zugleich mit seinem Autogramm veredeln.  Was für eine Aufregung ! 

Als Waltonfans mit der längsten Anreise wurden Manfred und ich dann noch von Carolyn auf die Bühne gerufen und erhielten dort als Gastgeschenk eine weiße Ike Godsey Gemischtwarenschürze, direkt aus Ikes Laden ;-)). Welch eine Überraschung !

Später fand noch eine Square dance-Vorstellung einiger Teilnehmer des Banketts statt, den diese erst am Freitag gemeinsam einstudiert hatten. Toll gemacht !

Einen sehr besinnlichen Moment gab es, als wir alle die auf unseren Tischen liegenden Kerzen anzündeten und der Waltonfans gedachten, die dieses Jahr nicht mehr bei uns sein konnten. Welch eine nette Geste und manch einer von uns war zu Tränen gerührt, wenn er an die verstorbenen Waltonfreunde erinnerte, die auch alle namentlich vorgelesen wurden. Dies war ein sehr schöner und berührender Moment an diesem Abend.

Leider geht auch der schönste Abend einmal zu Ende und irgendwann in der Nacht fanden wir uns schließlich in unserem Hotelzimmer wieder. Dort haben wir noch schnell einige Bilder auf unserer Webseite hochgeladen, denn schlafen konnten wir nach diesem Abend sowieso nicht so schnell.

Am nächsten Morgen saßen wir dann mit Joe und Louise Conley, Carolyn und einigen anderen Waltonfreunden gemeinsam beim Frühstück. Frühstück mit Ike Godsey, wer hätte das gedacht !

Langsam hieß es dann Abschied nehmen. Abschied von einem wunderschönen Walton-Wochenende, Abschied von netten Menschen und neuen Freunden, Abschied von Joe und Louise Conley, Carolyn, Bonnie, Patrick, Michelle, Marcia, Ryan, Anne und Big Bruno, Sandy und vielen mehr. Und auch Abschied von Virginia, denn unsere Reise ging langsam weiter Richtung Süden.

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr !!!
   

  
       

Besucher
1616310
Visitors
   © 2012 Rockfish-river.com. All Rights Reserved. | Template designed by lernvid

Real time web analytics, Heat map tracking